Eine wahre Weimarer Veranstaltungskalendergeschichte
Weimars Sinnschwengel kennen kein Erbarmen, in immer neuen Schüben versorgen sie Weimar mit Frischsinn und Geltung. Da wird aufgeladen, was die Fuhre hergibt.
Zickezackezickezacke: Heu, Heu, Heu! Vorgestern erst, da warf sich am späten Nachmittag, gerade als ich maßvollen Schrittes zur Häppi Hour schreiten wollte, minne Frouwe ihr Ausgehjacket über und verkündete, nunmehr einen Vortrag besuchen zu wollen. ("Ein Professor war gestorben / der Verdienste sich erworben...") Er hatte nicht mehr können, nämlich sein letztes, sehr bedeutsames Werk der Öffentlichekti selber präsentieren. Ahem. Da setzt nun das Gedenken ein. Also riefen die Schwengel alle Mitglieder eines der zahlreichen Freundeskreise des Ach-so-wichtig zu einem Vortrag zusammen. Die kamen, taten mordsinteressiert und ließen nicht bloß die Laudatio, nein, auch die doch recht spezifizierten und in akurat verschachtelte Satzformationen gegossenen Spezialausführungen zu musiktheoretischen Überlegungen des Dahingschiedenen über sich ergehen. So ist Weimar. Auf ewig und drei Tage gerettättätt. Das Bedeutende posaunt, wird aufgeladen, aufgebläht, mit Sinn überzogen wie mit Blattgold. Weimar muss glänzen. Der Stadtsinn - glänzen. Der Personalsinn - ein Gleiches. Alles glänzt. Die Sinnschwengel polieren. Und minne Frouwe, das interessierte Geschöpf, kam geplättet von der Würde des Großen Ganzen nach Hause zurück.
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