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In der Pflicht

Die Schulpflicht muss man abschaffen. 250 Jahre Pestalozzi & Die Seinen laufen zuletzt auf das "Fuck you!"-Sagen einer Schuljugend hinaus, deren Bildungserfolg ein einziges großmäuliges "Fuck you!" ist. Es reicht! Die Schulpflicht gehört abgeschafft. Dagegen muss man die Helmpflicht ausweiten, auch auf Bereiche, in denen man sie bisher nicht für nötig erachtet hat. Als erstes auf sämtliche Sportarten, nicht bloß auf Turnen, Schwimmen, Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik, Leichtathletik - auf alle. Und auch in Einkaufszentren muss eine strenge Helmpflicht greifen. In Speisegaststätten sowieso. In der Werbung. Auch den Abgeordneten im Deutschen Bundestag stünden Helme gut zu Gesicht. Dagegen kann man die Gurtpflicht lockern. Und die Haftpflicht ganz einstellen.

Das neue Jahr fackelt nicht lange

Nach dem Feuer in Crans Montana hab' ich ein Ding rausgehauen, das eine Brücke schlägt zwischen dem Brand im Krefelder Affenhaus zu Silvester 2019 und dem Brand in der Diskothek. In Krefeld sind 30 Primaten verbrannt, in Crans 40 - naja, Primaten soll man sie nicht nennen, sie waren alle durch die Bank außergewöhnliche Menschen, denen der Papa und die Mama oft genug ihr "Du bist etwas ganz Besonderes!" ins Hirn geblasen haben. Das bekommen Affen nicht zu hören. Heute, zwei Tage später, haben die Diskotheken in Crans Montana schon wieder geöffnet und laden zum Après Ski unter dem Motto "Wir lassen hier nichts anbrennen!". Das Leben geht weiter und so. Die Feierlaune der Bagage ist ungebrochen. Feuer & Flamme bin ich wie der Trump sich den Maduro geschnappt hat. Ein echter Handstreich. Mit dem Casher! Als würde er einen Schmetterling jagen. Und dann piekst er ihn auf und steckt ihn in den Schaukasten. Wo er hingehört. Venezuela ein Vorhof der USA. Schönes ...

Neujahr ist Krieg

Die Feierlaune der Bagage kotzt mich an! Jede Silvesterparty - ob zigtausend unter Weltkrieg-III Lichtorgeln am Brandenburger Tor, oder ob zwanzig Feierwütige in den eigenen vier Wänden: jede Party ist eine Kriegspartei, schürt die Aggressivität, bereitet auf Schlachtfeldervor. Und ist bereits in ihrem Vollzug selbst ein Schlachtfeld geworden, auf dem ein Größter Partyfeldherr aller Zeiten den Ton angibt. Ein Johannes B. Kerner der Grinsebacken und zum Gebrüll aufgerissenen Mäuler. Die Bilanz der Bagage zur Silvesternacht kann sich sehen lassen. Nie in den jüngst vergangenen Jahren wurde so aggressiv geböllert. Die Europa mit Prophetenbärten heimsuchen, hätten ebenso gut ihre Kalaschnikoffkis abfeuern können. Tote in Diskotheken, eine brennene Kirche in Holland, Feuer in Erfurt, abbe Fingers, abbe Händs. Kracher, Lacher, Feierjunkies. Und ihre Rappelzappelmusik für den universalen Hüpf-Wackelkontakt. Das ist das verwahrloste Kanonenfutter Mensch zum Beginn des Jahres 2026. Die paa...

Das Drachenspiel

Donnerwetter! Die Nomenklatura hat an Beißwut zugelegt, die Reichweite ihrer Rede ist enorm, die Feuerkraft absolut tödlich. Über allen Häuptern - gekrönt, behütet, gesalbt, dotiert - schwirren Worte mit großer Durchschlagskraft. Drohnen einer ständigen, Krach erzeugenden Bedrohung. Jeder Smart-Phonetiker wird zum Pistolero, der an einem Schießprügel fingert. Überhaupt bildet das Schießeisen die freie Meinungsäußerung aller. Jede Redaktionsstube ist eine Waffenschmiede für sich. Die Latrinen der kasernierten Welt können übler nicht stinken als dieses teure Meinungsparfüm, das eindieselt, was sich für weltklug hält. So duftet die Hölle, und was Meinungsmacher zuerst fahren lassen, ist nicht Hoffnung, es ist Schwefel. Die Affenbande am Dschungelrand aber tobt, tanzt, bleckt die Hauer und brüllt: Wir wollen endlich zubeißen! Merke: Jeder Schwachkopf lässt Worte steigen, die stärker sind als er (oder sie). Das ist das Drachenspiel. Es geht darum, Eindruck zu schinden auf Teufel-komm-raus...

Drohnen am Himmel über uns!

So lautet der neuste Hit. Laut schlägt er ein, schlägt zu, schlägt zurück, schwallt. Und löst hyperintensives Geschrei aus. Wie die Funk-Band, Funkenschlägerbande. Oder wie das musikalische Gezucke heißt, das - dem Drohnenzustand ähnlich - auch hyperintensives Geschrei auslöst. Überhaupt ist das Hyperintensive angesagt - nein, nicht angesagt, angebrüllt ist es. Fakt ist (und nicht Fake): Drohnen am Himmel über uns sind das Gezucke der Stunde. Früher klang dem willigen Zuhörer eine Melodie: Und der Himmel hängt voller Geigen. Irgendein Willi Schneider oder Peter Alexander hat das Lied gesungen. Jetzo hängt der Himmel voller Drohnen. Drohnen sind jetzt dort, wo eben noch Drogen waren: in aller Willigen Munde. Schnulzen, Bonmots, Koks, politische und religiöse Heilslehren, Staatsräsonnements, Wehrkraft und Muckibuden. Allerlei Haschmichpfeifen versprechen: "Haschmich, ich bin die bessere Welt!" Präsidenten, Minister, Staatsleute - alle Ministranten der himmlischen Hackordnung...

Drei Kurze zum Tag der Deutschen Einheit

1 Wenn gesalbte Redner heute wieder das Wort ergreifen, um ihr Ergriffensein vom eigenen Wort in die Menge zu tragen, sei daran erinnert, daß es tatsächlich nur drei Erzählungen gibt, die unerschütterlich feststehen. Erstens: In München steht ein Hofbräuhaus. Zweitens: In Berlin steht eine Brandmauer. Drittens: Vor der Kaserne steht Lilli Marleen und teilt den Wehrhaften frischen Wehrmut zu. 2 In der DDR gab´s keine Nagelknipser. Wer Wurstfinger hatte, die nicht in die Nagelscherchen reinpassen wollten, wurde zum Nägelbeißer. Viele DDR-Lebenskünstler waren sogar imstande, sich ihre Zehen in den Mund zu stecken, um die Fußnägel kurzzuknabbern. Kleingärtner griffen auch zu Strauch- und Heckenscheren. Dabei ging allerdings manche Fingerspitze mit ab. Zuletzt fehlte der DDR komplett das Fingerspitzengefühl, das die Bundesrepublik so reich auf ihrer Seite wusste. Der Osten musste aufgeben. 3 Norbert Müller, begnadeter Komponist der Evergreens "Lilli Marleen","Führer befiehl...

Unser National-Bodo

Bodo Ramelow weiß sich lieb Kind zu machen. Er hat schon als Landesvater von Thüringen den Kleinen reichlich Zucker in den Arsch geblasen und ihnen einen Kinderfeiertag geschenkt. Jetzt tritt er mit der Forderung nach einer neuen und endlich kindergerechten Nationalhymne ins gepamperte Rampenlicht: "Backe, backe Kuchen / der Bodo hat gerufen. Wer will schönen Kuchen machen / der muss haben sieben Sachen." Nach der bekannten Melodie. Die Nationalflagge kann gleich mit erneuert werden. Statt der extrem langweiligen Farbgebung Schwarz-Rot-Gold soll sie alle sieben Sachen zeigen, die Wänster heute im Kindergarten brauchen: Schäufelchen, Plastikeimerchen, Kuchenförmchen, Handy, ein Wehr-Messerchen gegen das Totalböse, die Tröte. Sowie einen Schnuller, um ohne Geschrei die Tagesschau im Fernsehen anzustarren. Die neue Deutschland-Fahne ist in schweinchenrosa gehalten, die Siebensachen darauf in bunt. Wo immer sie gehisst und die neue Hymne dazu gesungen wird, können sich Landeskind...