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Ostersegen 5, zu sprechen am Ostermontag

Ostern vorbei, Gottseidank! Erleichterung macht sich breit. Denn Ostern ist ein schweres Fest. Man muss so viel in sich reinfressen, verdauen, abscheiden. All das Verschleppte, das Mitgeschleppte von 2000 Jahren Christenheit. Und das Glaubenswissen, das doch eine gewisse Stabilität unter all den ächzenden und schwankenden Figuren verspricht, ist auch nicht eben weit verbreitet. Der Papst spricht kein Machtwort mehr. Jeder muss sehen, wie er mit seiner spirituellen Orientierung alleine zurechtkommt. Rings herum wird scharf geschossen. Beim Ostereiersuchen kannst du den Tod finden. Inmitten des Chaos ist nur auf eines Verlass: Die Reisewelle rollt. Na dann, liebe Mitidioten, wollen wir heute mal etwas ganz Idiotisches tun. Indem wir zu Kreuze kriechen, am besten zum nächsten Autobahnkreuze. Uns dort anpfählen, leiden und - alle Heimreisenden herzlich grüßen. Winke-winke! Auf ein Neues im nächsten >>Leben.

Ostersegen 4: Urbi et Orbi

Daß heute auf dem Petersplatz die Hölle los ist, darf man nicht nur nicht sagen: man darf es sich auch nicht ausmalen, ausdenken gar. Aber es ist dort allerhand los. Wat'n Jedränge. Erwartungsvoll die Stimmung, wenn der Papst in Erscheinung tritt und der ganzen Welt den Ostersegen spendiert. Der Vatikan hat sie lieb, die Welt, so viel steht fest. Und wir sollten sie auch liebhaben, egal ob papstgläubig oder nicht. Liebhaben wie Mama, Papa, wie das neue Elektroauto, den Schokohasen, den künstlichen Intelligenzbolzen, der alles zusammenhält, was früher ganz von alleine hieb- und stichfest, später sogar niet- und nagelfest war. Erst der Intelligenzbolzen macht das Heim zum Smarthome und seine Insassen zu Smartpeople. Habt sie lieb, diese Welt, eine andere steht nicht in Aussicht. Also schickt euch! Am besten schickt ihr euch per Express, mit einem himmlischen Kurier, El Papa, Hermes, Amazon, Angelus Novus. Und wie die Engel sonst noch heißen, die den neusten Kirchenglauben vor eurer S...

Ostersegen 3, zu spechen am Ostersamstag

Gebenedeit (mit vier salvierenden -e) auch die Ostermarschierer. Heute latschen sie wieder ihre Strecken gegen den kriegstatendurstigen Zeitenwendegeist ab. Der Land und Leute mit Wehrmacht, Drill und Drohne, Kampfanzug und Gleichschritt nervt. Der Krieg wird herbeibefohlen mit Schaum am Großmaul öffentlicher Redeweisen. Aufschäumend plätten dich Meinungen. Besorgnis wollen die Tonfälle erregen. Wir sehen von sich überzeugte Brusttöner der Standpunkte in Rechthaber- und Bescheidwisserposen. Wie sie reden, gestikulieren und - befehlen. Ein Kriegsgesinde, das sich in epileptischen Zuckungen auf dem Boden der Tatsachen windet und Mitwindung erheischt. In jeder Talkshow gibt es das auf Auge und Ohr, auf Herz und Verstand. Das meint nicht bloß - das will siegreich sein und bleiben. Das dröhnt Bimmbamm wie Kirchenglocken. Das ist so total wie totalitär. Das ist so schwer vernünftig wie schwer in Ordnung. Dagegen kannst du nur als Idiot bestehen. Die Latscherei der Ostermarschierer ist und bl...

Ostersegen 2: Zu sprechen am Karfreitag

Gebenedeit seien die Jesuslatschen, kaum einer trägt sie noch, außer im Urlaub am Strand - doch das hat wenig mit Jesus zu tun. Ihrer zu gedenken (und sie dabei zu be-denken), sollte ein Anliegen gerade des heutigen Feiertages sein. Der so still, beinahe lautlos vor sich hingeht. Man muss sie ja nicht gleich auf dieselbe Weise vergöttlichen wie das, was oben herum am Kreuze und mit dem Kreuze eine so imposante kirchliche wie staatstragende Bedeutung erlangt hat. Ach, wie fleißig da gefrömmelt wird, immer wieder, immer weiter. Gedenken wir also in aller Stille der Jesuslatschen. Und frömmeln dabei ein wenig. Jesuslatschen sind das Tretwerkzeug des Idioten, der immerzu von fleißigen Frömmlern gekreuzigt wird. Im Übrigen darf man gespannt sein, welches Schuhwerk unsere beflissenen Ostermarschierer dieses Jahr anlegen...

Fünf Ostersegen von El Papa Mag. Hülsebusch - Segen 1: Zu sprechen am Gründonnerstag

Gebenedeit sei die Straße von Hormus, sie ist die Reeperbahn der christlichen Seefahrt. Wat'n Jedränge! Alles giert auf Gefolgschaft. Damit noch mehr Gedränge herrsche. Wie Kerzen in stockdusteren Kirchenschiffen stehen Milizen vor den Etablissements der Gläubigkeiten, bereit alles zu filzen, was als Kiezgröße durchgehen möchte. Das macht Bumbum und Wummtata. Und wird doch Weltpolitik geheißen. Kiezgrößen streiten ums Ranking, was sonst. Sie gerieren sich als Politiker, Diplomaten, Zoroaster. Diese Kapitäne des Freien Welthandels. Wie sie den Schiffbruch erleiden. Das ist bemerkenswert, es erhält hier und heute einen Daumen hoch: Jau! Und ein Jaujau den Generalitäten, die Arsch an Arsch dahinterstehen.

Ein bedauerlicher Sport-Unfall

Lindsey Vonn schwebt davon. An einem langen Stahlseil unter dem Rettungshubschrauber, majestätisch vorbei an überragenden Alpengipfeln. Gerade hatte sie sich mit höchster Dynamik aus dem Starthüseken in den Hang gestürzt. Auf den zwei Brettern, die ihre Welt bedeuten. Gold holen, die Medaille. Doch der Hang hat zurückgeschlagen. Vielleicht hegte er eine Abneigung, der heimtückische Geselle. An der ersten Bodenwelle. Schwuppdiwupp - schon war's passiert. Zuerst abgehoben, schräg hoch durch die Luft mit Tempo 100. Nein, diese Fliehkraft! Dann gerutscht wie ein Stausack über die Piste talwärts. Endlich zum Erliegen gekommen. Unser Bergdoktor hat sie gerettet und an den Hubschrauber gekettet. Ab die Post. Besonders woke sah das nicht aus. Da ist allerhand gestürzt, das hat sie nun davonzutragen. Gute Besserung, Lindsey - und woke bald wieder up, das Hüseken wartet auf dich!

In der Pflicht

Die Schulpflicht muss man abschaffen. 250 Jahre Pestalozzi & Die Seinen laufen zuletzt auf das "Fuck you!"-Sagen einer Schuljugend hinaus, deren Bildungserfolg ein einziges großmäuliges "Fuck you!" ist. Es reicht! Die Schulpflicht gehört abgeschafft. Dagegen muss man die Helmpflicht ausweiten, auch auf Bereiche, in denen man sie bisher nicht für nötig erachtet hat. Als erstes auf sämtliche Sportarten, nicht bloß auf Turnen, Schwimmen, Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik, Leichtathletik - auf alle. Und auch in Einkaufszentren muss eine strenge Helmpflicht greifen. In Speisegaststätten sowieso. In der Werbung. Auch den Abgeordneten im Deutschen Bundestag stünden Helme gut zu Gesicht. Dagegen kann man die Gurtpflicht lockern. Und die Haftpflicht ganz einstellen.