Unser National-Bodo

Bodo Ramelow weiß sich lieb Kind zu machen. Er hat schon als Landesvater von Thüringen den Kleinen reichlich Zucker in den Arsch geblasen und ihnen einen Kinderfeiertag geschenkt. Jetzt tritt er mit der Forderung nach einer neuen und endlich kindergerechten Nationalhymne ins gepamperte Rampenlicht: "Backe, backe Kuchen / der Bodo hat gerufen. Wer will schönen Kuchen machen / der muss haben sieben Sachen." Nach der bekannten Melodie. Die Nationalflagge kann gleich mit erneuert werden. Statt der extrem langweiligen Farbgebung Schwarz-Rot-Gold soll sie alle sieben Sachen zeigen, die Wänster heute im Kindergarten brauchen: Schäufelchen, Plastikeimerchen, Kuchenförmchen, Handy, ein Wehr-Messerchen gegen das Totalböse, die Tröte. Sowie einen Schnuller, um ohne Geschrei die Tagesschau im Fernsehen anzustarren. Die neue Deutschland-Fahne ist in schweinchenrosa gehalten, die Siebensachen darauf in bunt. Wo immer sie gehisst und die neue Hymne dazu gesungen wird, können sich Landeskinder im Takt wiegen und in die Patschhändchen klatschen. Kaum ist Bodos Vorwitz raus, entrüsten sich die omnipotenten National-Säcke und blasen uns ihr "Deutschland, Deutschland, schwer gebeutelt ins Ohr. Der Deutschen National-Symbole dürfen nicht verkinscht werden, sie müssen gravitätisch bleiben, getragen vom Ernst der historischen Stunden. Und immer so weiter, bis ans Ende aller Tage. Die verkniffene Inbrunst, die Verstellung beim Absingen der Schlafwagenklänge. Diese melodische Lüge. Die altbackenen Worte, die nichts mehr halten. Die bloß noch bedeuten sollen. Das ist mürbes Zeug. Es staubt gewaltig, wenn man den alten National-Säcken in ihre Oden tritt. Das kann mit Früchtchen-Bonbons und Gummibärchen nicht passieren. Bodos kindisches Gemecht. Setzt sich das Nationalbewusstsein (das sattsam bekannte) nicht aus solchen süßen Elementarteilchen zusammen?

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